
In den letzten zwei Monaten (August–Oktober 2025) haben sich AI Agents rasant weiterentwickelt und ihre Reichweite in Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft stark ausgeweitet.
Zentrale Entwicklungen bei Unternehmen
Unternehmen wie Walmart, Citi und Notion haben neue agentenbasierte Plattformen eingeführt, die über einfache Assistentenfunktionen hinausgehen. Walmarts „Sparky“-Agent kann inzwischen eigenständige Entscheidungen treffen, während Citi in seinen Stylus Workspaces autonome Datenmanagement-Workflows testet.
Notion hat erstmals „AI Agents“ integriert, die selbständige Aufgabenverwaltung und Datenanalyse innerhalb seiner Produktivitätssoftware ermöglichen. Außerdem erlaubt BoldDesk Firmen, eigene spezialisierte Agenten über mehrere Kommunikationskanäle hinweg bereitzustellen – von Webchat über E-Mail bis Mobile.
Technologische und wissenschaftliche Fortschritte
Forschungsteams präsentierten im September eine Vielzahl neuer Modelle und Benchmarks für sogenannte „agentische KI-Systeme“, die planen, argumentieren und handeln können. Laut dem „AI Agent Research Report“ sind neuartige Systeme wie MobiAgent, WebProber und Auras in der Lage, mobile Apps zu bedienen, das Web zu testen oder physische Aufgaben in simulierten Umgebungen auszuführen.
Ein weiteres Highlight ist die zunehmende Forschung zu juristischen Agenten (z. B. SAMVAD), die gerichtliche Entscheidungsprozesse simulieren, sowie zu ökonomischen Agentensystemen, die autonom Transaktionen durchführen.
Marktentwicklung und Investitionen
Laut dem KPMG‑Bericht stieg die Einführung von AI-Agenten in Unternehmen binnen sechs Monaten von 11 % auf 42 %. Tech‑Abteilungen und operative Bereiche treiben die Integration besonders stark voran. Firmen investieren im Schnitt 130 Millionen US‑Dollar jährlich in agentische KI‑Lösungen – eine Steigerung um 14 % seit Anfang 2025.
Gleichzeitig investieren führende KI‑Labore wie Anthropic massiv in Trainingsumgebungen („Environments“) für Multi‑Agent‑Systeme, teilweise mit Investitionssummen über 1 Milliarde US‑Dollar.
Gesellschaftliche und rechtliche Aspekte
International wird diskutiert, ob AI Agents rechtlich als eigenständige Arbeitskräfte anerkannt werden sollen. Ein aktueller Artikel aus Le Monde beschreibt, dass solche Systeme in den USA zunehmend als potenzielle „digitale Mitarbeiter“ betrachtet werden, was arbeitsrechtliche und ethische Fragen aufwirft.
Fazit
AI Agents sind im Herbst 2025 aus der Experimentierphase herausgetreten und übernehmen reale operative Rollen in Unternehmen. Forschung, Kapital und Regulierung bewegen sich in Richtung einer Ära, in der autonome Software-Agenten zu festen Akteuren in Wirtschaft und Gesellschaft werden.